- Tanja Eberle

- 17. Jan.
- 2 Min. Lesezeit

Es gibt etwas, das dir nie jemand gezeigt hat
Da gibt es etwas, was du glaubst zu haben und du in Wirklichkeit gar nicht besitzt.
Wenn ich dich heute fragen würde:» Liebst du dich selbst so wie du bist? Hast du dich gern? Stellst du dich ins Zentrum deines Lebens? Sorgst du gut für dich?»
Dann würdest du wahrscheinlich antworten:» Na klar liebe ich mich. Was denkst du denn?» ODER « Ich weiss nicht, wie ich mich selbst lieben kann, ich weiss gar nicht, was du damit meinst.»
Beim « sich selber lieben» geht es nicht um die Befriedigung des eigenen Egos. Nein, es geht um die Erkenntnis, dass es im Leben darum geht, sich selbst lieben zu lernen.
Ich verwirre dich? Lass es mich dir erklären.
Der Weg zur wahren Liebe zu sich selbst, führt zuerst durch einen Wald voller Bäume. Wir werden als reine Liebe geboren. Während der Lebensjahre beginnen wir zu denken und bauen uns eine ICH-Identität auf. Diese ist in sich neutral: Du bist Sohn, Ingenieur, Gärtnerin, 55 Jahre alt, Schweizerin usw. Dies sind grundsätzlich neutrale Rollen auf der Bühne des Lebens.
Wenn wir es weiterverfolgen, kommt im Laufe der Entwicklung das EGO hinzu. Das EGO will Kontrolle, will bestimmen, will Macht, will beeinflussen, will Recht haben, will seine Meinung verteidigen, durchsetzen. Wir kommen weg von der neutralen Rolle und identifizieren uns immer stärker mit unseren Gedanken. Wir glauben, dass wir dies alles sind. Dann gibt es noch die Steigerung des Narzissten. Hier fehlt jegliche Empathiefähigkeit. Hier können Gefühle wie Freude, Leid, Mitgefühl, Verantwortung, Liebe, Trauer nicht gefühlt oder erlebt werden.
Da existiert nur der eigene Machtanspruch.
Die ICH-und EGO-Identität ist abhängig von der Liebe des Gegenübers. Diese Identität ist auf der Fremdwahrnehmung aufgebaut. Du bist jemand, weil jemand anderes sagt, dass du etwas gut gemacht hast, weil jemand anderes sagt, dass du geliebt wirst, weil jemand anderes sagt, dass du hübsch bist, weil dir jemand anderes sagt, wie talentiert du bist, weil dir jemand anderes das Gefühl gibt, gebraucht zu werden, nicht leben können ohne dich.
Deine vermeintliche Liebe oder Selbstliebe machst du von aussen abhängig.
Du liebst dich, weil andere dich lieben. Du liebst dich nicht, weil du dich selbst urteillos annehmen kannst so wie du bist.
Du hast in deinem Leben nie gelernt, dich wahrhaftig anzunehmen und zu lieben so wie du bist.
Es hat dir nie jemand gezeigt, wie du das schaffst.
Es gibt nur wenige Menschen, die bedingungslose «Liebe» nicht nur verstanden haben, sondern sie auch sind.
Umgebe dich mit Menschen, die dir guttun und deine Bedürfnisse respektieren.
Das ist der erste Respekt gegenüber dir selbst, den du verdient hast.
Autorin
Tanja Eberle
17.Januar 2026
